Tuesday, January 19, 2010

Good Bye Cambodia






Die 'non-stop'-Rückfahrt von Kambodscha nach Bangkok war nicht gerade eine Traumreise, aber das war ich ja inzwischen gewohnt. Insgesamt hat das ganze etwa 24h gedauert. Von Sihanoukville über Phnom Penh bis Siam Reap (nicht wie es im Ticket stand über Koh Kong) ging es noch im selben Bus, danach Umsteigen in einen etwas schrottigen Bus der uns bis an die Grenze nach Thailand brachte. Der Grenzübregange hat dann wieder 1-2 Stunden in Anspruch genommen und nochmal etwa eine Stunde bis der 'Backpacker-Bus-Verteiler' den richtigen Bus für mich nach Bankgok gefunden hatte... Whatever ich wars halt schon gewohnt... irgendwie ankommen tu ich immer.

In Bangkok hatte ich noch einen Tag Zeit um den Weekend-Market zu besuchen und hab dabei nochmal ein etwas anderes anderes Bild von der Stadt bekommen. Der Markt erinnerte mich ein wenig an Campden-Town in London. Nur wesentlich größer und eben asiatisch. Auf der Rückfahrt vom Markt zur Khao San Road bin ich dann dummerweise im Bus sehr fest eingeschlafen, so dass ich nach dem Aufwachen in irgendeinem Bangkoker Vorort aufgewacht bin und komplett die Orientierung verloren hatte. Nach ein paar Haltestellen musste ich zwangsläufig aus dem Bus springen um mir ein Taxi zu nehmen, schließlich hätte ich zu dem Zeitpunkt schon 20 Minuten früher aus meinem Zimmer ausgecheckt sein sollen und musste irgendwie noch Sachen packen und den Flieger nach Hause bekommen...

Wie auch immer: hat dann halt doch alles irgendwie funktioniert im Endeffekt :)

Wednesday, December 23, 2009

some more of Sihanoukville






Das Nachtleben in Sihanoukville ist recht vielfaeltig und man kann sich aussuchen, ob man gemuetlich an irgendeiner Bar abhaengt oder in einer der zahlreichen Discos richtig schoen feiern geht. Waehrend das Nap House und das Utopia hauptsaechlich von Wessies besucht werden, konnte man sich im Chiva's Shack unters Kambodschanische Volk mischen. Nicht nur Kambodschaner, aber die nicht-Kambodschaner dort waren ausschliesslich Leute, die auch mal etwas mehr als einen Monat in Sihanoukville verbracht haben.
Nachdem ich etwas zwei bis drei Wochen dort war war das Chivas ploetzlich geschlossen und ein paar Leute in Uniform standen vor der Tuer und haben uns wieder nach Hause geschickt. Ich kannte in dem Ort zu dem Zeitpunkt schon genug Leute um schnell herauszufinden, dass in der Disco eine Schiesserrei unter Kambodschanern gegeben hat bei der mindestens eine Person umgekommen ist, das zweite Opfer, ein Franzose der zufaellig von einem Querschlaeger getroffen wurde, liegt jetzt entweder in Thailand im Krankenhaus oder hat es tatsaechlich nicht ueberlebt. Genaueres konnte ich auch bis zum Ende meiner Reise nicht herausfinden.
Marcel, derjenige mit dem Motorradunfall, war zu dem Zeitpunkt gerade dabei sein Motorrad anzuschliessen und hat noch drei Schuesse gehoert, konnte aber auch nicht genau sagen, was nun wirklich dort vorgefallen ist.
Nach ein paar Tagen war die Disco wieder geoeffnet, allerdings mit in Getraenke umzuwandelndem Eintritt von zwei Dollar und einem Schild, dass das mitfuehren von Schusswaffen und Handgranaten verbot...

Der letzte Monat











Der letzte Monat in Kambodscha ist so schnell vergangen, dass mir jeder einzelne Tag zu wertvoll wurde, um mir die Zeit zu nehmen weiter an demBlog zu schreiben. Die Hauptbeschäftigung bestand hauptsaechlich aus Segeln gehen oder BBQ on the rocks. Nachdem ich mich fuer einen Monat im Seabreaze Hotel eingemietet hatte konnte ich mit dem Franzosen, der die Segelboote vermietet hat einen kleinen Discount aushandeln, so dass ich nur noch 7 USD pro Stunde oder 22 Dollar fuer alles was ueber drei Stunden hinausging, bezahlen musste. Mit Pat, die insgesamt 8 Namen hatte von denen ich mir immerhin vier merken konnte (Pat, Ya, Uni, Gaynama) hab ich dann fast die gesamte Zeit in Sihanoukville verbracht. Die meisten Tage haben wir abwechselnd mit Segeln und BBQ machen verbracht. Der Markt in Sihanoukville hatte eine grosse Auswahl an Seafood, Schwein, Rind und auf Wunsch live geschlachteter Hühner im Angebot. Pat hat beim Angeln meist nicht besonders viel gefangen, bevor die Rollen aber eindeutig geklaert waren (sie geht fischen, ich mach das BBQ) mussten einige der armen Fische lebendig auf dem Grill landen. Mit der Zeit wurden das BBQ schliesslich immer aufwendiger. Erst kam das Grillrost, gegen Ende haben wir dann die Marinade schon im Hotelzimmer vorbereitet.
Auch das Segeln wurde mit der Zeit ein wenig aufwendiger. Weil Pat und ich gerne fischen und auf dem Klo bei der Bootsvermietung Fotos von dem Franzosen mit ein paar frisch gefangenen Barracudas hingen wollte ich auch mal versuchen einen etwas groesseren Fisch an Land zu ziehen. Den Wobler musste ich selbst besorgen dafuer hat uns der Franzose, den Namen weiss ich leider nicht mehr, ein schoenes Stahlvorfach gebastelt und eine Rolle mit etwa 60kg tragender Angelschnur gegeben.
Der erste Versuch ging voll daneben. Wir waren relativ frueh auf dem Wasser waehrend die Fischer noch dabei waren ihre Netze auszuwerfen. Mit etwa 50 bis 100 Meter Leine hinterm Bott hab ich natuerlich versucht einen moeglichst grossen Abstand zu den anderen Booten zu halten. Ein in groesserer Entfernung entgegenkommender Fischer hat natuerlich nicht damit gerehnet, dass wir seblst gerade am Fischen sind und hat in dem Moment als er an mir vorbei war die Richtung gewechselt, so dass er unausweichlich genau ueber die Angelschnur fahren musste. Ich wollte den Angelkoeder retten und hab versucht die Leine so schnell wie moeglich einzuhohlen, leider war ich zu langsam, hab das Fischernetz gefangen und hatte shlagartig irre Zug auf der Leine. Bevor ich nachdenken konnte wie ich am besten reagieren sollte - zurückfahren währe wohl nicht schlecht gewesen - hatte sich eine Schlaufe der Angelsehne um meinen Daumen gewickelt. Die gesamte Kraft aus dem Boot hing also an meinem Finger und es war unmoeglich sich irgendwie daraus zu bereien. Meine groesste Sorge war, dass es mir den Daumen abreissen koennte, Pat fuechtete um ihr Leben weil sie Angst hatte, dass es mich ins Wasser reissen koennte. Hilfe kam schliesslich von einem Fischerboot, dass laengseits kam um mir ein Messer in die Hand zu druecken, damit ich die Leine kappen konnte.
Nachdem ich mich ein wenig von dem Schreck erhohlt hatte hab ich Pat dann erstmal beigebracht, wie sie das Boot anhaelt falls ich wirklich mal ins Wasser fallen sollte...

Thursday, November 26, 2009

Sihanoukville Part Three






Hier ein paar Bilder aus meinen ersten Wochen in Sihanoukville. Das erste Bild zeigt die 24h Bar im Sakal aus dem ich nach circa einem Monat ausgezogen bin, daneben Cambodschanisches BBQ, der Wasserfall, der Hafen und ein sehr gut gelauntes Maedchen nachdem sie einen, wie sich spaeter herausstellte, gefaelschten 100 Dollar Schein gefunden hat. Inzwischen bin ich wieder im sehr sehr kalten Hamburg und will mal versuchen die letzten 2 Monate in Worte zu fassen...

Friday, November 20, 2009

Sihanoukville Part Two




Eigentlich haette ich von mir erwartet, dass ich nicht laenger als zwei oder drei Wochen in Sihanoukville verbringen wuerde. Nach mehr als vier rastlosen Monaten brauchte ich inzwischen etwas Zeit um die gewonnen Eindruecke zu verarbeiten. Ich dachte mir 'Jetzt ist mal etwas Erhohlung angesagt' und hab ich dazu entschieden fuer einen weiteren Monat in diesem Ort zu bleiben. Das Visum zu verlaengern war fuer 50 USD kein Problem, so dass ich mir einen laestigen 'Visa-Run' nach Thailand oder Laos ersparen konnte.

Die Zeit im Sakal war zwar sehr nett, fing nach drei Wochen allerdings an etwas anstrengend zu werden. Ich bin, wie ich spaeter erfahren hab, genau in der Uebergangszeit von der low- zur high-season angekommen. Mir wurde es dort irgendwie zu voll und jeden anderen Langzeitgast zu kennen ging mir auch irgendwie auf den Kecks. Fuer den naechsten Monat, bzw. die verbleibenden 3 Wochen hab ich mich stattdessen in einem etwas abgelegenen Hotel am Independence Beach eingemietet (www.seabreazecambodia.com).

-- Ich hoer jetzt erstmal mit dem Schreiben auf. Es ist nicht besonders einfach hier ein Internetcafe zu finden, dass nicht komplett Vierenverseucht ist. Mein Bilder-Backup, das ueber eine halbe Stunde gedauert hat, hat  nicht funktioniert und von den fuenf gerade eben hochgeladenen Bildern ist nur eins im Blog angekeommen. Bevor ich wirklich schlechte Laune bekomme, werde ich jetzt erstmal an den Strand fahren und den Fisch grillen, den ich heute morgen auf em Markt gekauft hab.

Thursday, October 22, 2009

Sihanoukville Part One


Die Reise nach Kambodscha gestaltete sich als ein wenig anstrengend. Weil ich es mir nicht verkneifen konnte am letzten Abend bis in die fruehen morgenstunden Feiern zu gehen hatte ich nicht besonders viel geschlafen als ich gegen 12 Uhr ausgecheckt habe. Ueberraschenderweise gibt es keine dierekte Busverbindung von Pattya nach Trat, so dass ich auf die Hilfe von einem sehr freundlichen Thailaender angewiesen war, der sich mit mir an die Hauptstrasse gestellt hat um auf den Bus nach Chonburi zu warten. Ich bin im Bus sofort eingeschlafen. Zum Glueck hat mich der 'Steward' im Bus geweckt als ich aussteigen musste. Im ersten Moment stand ich voellig desorientiert und noch fast schlafend an der Strasse und wusste nicht so recht wie ich nun weiter kommen konnte. Als ich wieder einigermassen klar denken konnte war es dann kein Problem einen Motobikefahrer zu finden, der mich zur Bushaltestelle in Richtung Trat bringen konnte. Nach vier oder fuenf Stunden Halbschlaf im Bus war ich gegen 21h endlich in Trat angekommen. Scheint eigentlich ein ganz netter Ort zu sein, ich hab aber nicht besonders viel davon zu sehen bekommen weil ich noch am Gousthouse fuer 600 Baht ein Ticket direkt nach Sihanoukville gebucht hab. Das waere nicht unbedingt noetig gewesen, um 6 Uhr morgens faehrt vom Busterminal ein Minibus ab, der einen an die Kambodschanische Grenze in Hat Lek bringt. Fuer mich war es dann doch die beste Loesung, ich bin erst um 3 Uhr morgens eingeschlafen und musste um 4 Uhr wieder aufstehen, so dass ich wohl kaum in der Lage gewesen waere einen vernuenftigen Preis fuer die Fahrt auszuhandeln.

Um halb sechs sind wir an der Kambodschanischen Grenze angekommen, die um sieben Uhr ihre Pforten oeffnet. Ich war von den zwei schlaflosen Naechten noch etwas benommen und hab insgesamt etwa 10 Euro unnoetig in den Sand gesetzt. 100 Baht fuer einen freundlichen Kambodschaner, der alle Visa-Formulare fuer mich aus gefuellt hat und 170 Baht fuer den Taxifahrer, der mich von der Grenze zum Bus-Terminal gebracht hat. Ich hatte mir bereits in Thailand 100 USD besorgt, weil die beiden gaengigen Waehrungen in Kambodscha USD und Kambodschanische Riel sind. Trotzdem hab ich mich von dem Taxifahrer dazu bequatschen lassen weitere 1000 Baht in Riel umzutauschen, was mich wegen des schlechten Wechselkurses um weitere 10 USD erleichtert hat. Das Visum selbst kostet direkt an der Grenze 1200 Baht, theoretisch haette ich noch etwas Geld sparen koennen, wenn ich mir vorraus ein Visum uebers Internet orgenisiert haette (http://www.mfaic.gov.kh/).

In Sihanoukville angekommen hab ich mich zur 'Backpacker-Area' Victory Hill bringen lassen und konnte ein sehr nettes Gousthouse finden. Ein guter Pool-Tisch und eine 24h geoeffnete Bar, dazu ein sauberes Zimmer fuer 6 Dollar die Nacht - was will man mehr...

Das Publikum im Guesthouse ist eine Mischung aus Langzeit-Travellern und ansaessigen aelteren Herren die hier ihre Pension wegvoegeln. Der Grossteil der Gaeste kommt aus England, dazu kommen noch ein paar Deutsche und Franzosen. Abgesehen davon, dass ich mir hier auch ein wenig Kambodschanisch beizubringen versuche, lerne ich im Moment hauptsaechlich besser Englisch zu sprechen weil ich die meiste Zeit mit Englaendern rede.

Die Guesthouse-Bar ist die einzige in der Gegend, die 24h geoffnet ist. Besonders in den spaeteren Stunden tauchen hier gelegenlich etwas durchgeknallte Kambodschaner auf. Dass jemand nach drei Bier anfaengt fuer mehrere Stunden mit einem imaginaeren Sitznachbar zu reden hab ich bisher auch noch nicht erlebt...

Um die Gegend ein wenig auszukundschaften hab ich mir vor ein paar Tagen ein Motorbike gemietet. Der Verkehr in Kambodscha unterscheidet sich ein wenig von dem, was ich bisher in Thailand und Indonesien kennen gelernt hab. Die einzige Verkehrsregel, die normalerweise befolgt wird ist, dass man auf der rechten Seite fahren sollte. Darueber hinaus muss man auf dem Motorbike einen Helm tragen und darf bei Tag nicht mit Licht fahren. Es gibt zwar Ampeln, angehalten wird aber nur an den Kreuzungen, die wirklich stark befahren sind und dort auch nur so lange, bis man irgendwie die Strasse ueberqueren kann. An manchen Kreuzungen ist das ein wenig Chaotisch, da man sich nie wirklich darauf verlassen kann, was die Fahrer vor, hinter und neben einem so vor haben. Trotzdem ist das Fahren hier angenehmer als in Thailand oder Indonesien. Der Verkehr ist deutlich langsamer und - vielleicht wegen der fehlenden Verkehrsregeln - fahren die Leute hier wesentlich defensiver.
Was ich, obwohl es mir schon vorher mehrere Touristen und Kambodschaner erzsaehlt haben, nicht so recht glauben konnte war, dass man in den spaeteren Stunden damit rechnen muss auf dem Motorbike ueberfallen zu werden. Nicht etwa weil man den Fehler begeht an einer roten Ampel zu halten, sondern weil die 'Angreifer' absichtlich Unfaelle provozieren. Gestern traf ich einen 38 Jahre alten Duesseldorfer der hier von seiner Rente lebt. Auf die Frage warum er mit 38 schon Rentner sei bekam die Antwort, dass er vor 4 Jahren mit dem Motorrad auf einer Strasse unterwegs war, die ich hier auch schon um 3 Uhr morgens befahren hab. Er wurde nicht nur beraubt, sondern so heftig von einem anderen Motorbike gerammt, dass er erst Wochen spaeter nach einer Gehirn-OP in Thailand wieder aufgewacht ist. Nachdem ich diese Geschichte gehoerte hatte, hab ich wieder mal beschlossen in Zukunft etwas vorsichtiger zu sein.

Pattaya







Nach allem was ich bisher von Pattaya gehoert hatte, wollte ich eigentlich einen moeglichst grossen Bogen um den Ort machen. Bezeichnungen wie 'groesster Puff der Welt' oder 'Strand mit angeschlossenem Puff' liessen schon ungefaehr erahnen was uns dort zu erwarten hatte. Ehrlich gesagt war ich schon ein wenig neugierig das mal mit eigenen Augen zu sehen und die Vorstellung mal fuer ein paar Tage in dem luxus-Apartment, das Bernhard sehr billig uebers Internet gebucht hatte, zu wohnen war irgendwie auch ganz nett. Ausserdem wollte ich ja eh nach Kambodscha und Pattaya liegt praktisch auf dem Weg dorthin. Ich hatte also genug ausreden mich in den Bus nach Pattaya zu setzen.

Berhard und ich sind auf unterschiedlichen Wegen dort hin gefahren weil ich mich natuerlich mal wieder auf eigene Faust durchschlagen musste. Das Taxi, dass mich zur Bushaltestelle gebracht hat hat schliesslich fast die Haelfte von Bernhards all-inc Ticket gekostet...
Das Zimmer war wirklich das beste, das ich auf dieser Reise bisher zusehen bekommen hab. Grosses Schlafzimmer mit grossem Flatscreen und DVD-Player und - tadaa - eine Kueche mit den meisten Sachen die man so zum Kochen braucht. Die folgenden Tage koennten ohne weiteres als Fressorgie bezeichnet werden. Waehrend Prawns mit etwa 180Baht pro 100 Gramm im Restaurant einfach unverhaeltnismaessig teuer sind, bekommt man die gleichen Prawns im Supermarkt fuer 250Baht das Kilo. Sich durch das gesamte Seafood-Angebot von Markt und Supermarkt zu fressen ist, selbst in den zwei Wochen die wir schliesslich in Pattaya verbracht haben, unmoeglich gewesen. Wir haben allerdings hart daran gearbeitet.

Nach zwei Tagen Kochaction musste ich wiederwillig den Kochloeffel aus der Hand geben. Auf dem Rueckweg von einem unserer Einkaeufe mussten wir in einer Bar halt machen, nachdem es angefangen hatte Sintflutartig zu regnen. Aus dem fuer ein Bier geplanten Aufenthalt wurden schliesslich mehrere Stunden. Obwohl die Bar eigentlich harmlos aussah, hat es keine zehn Minuten gedauert, bis das erste Barmaedchen an unserem Tisch sass. Als es endlich aufgehoert hatte zu regen sass sie immernoch dort und meine guten Vorsaetze so etwas doch besser bleiben zu lassen waren von einigen Bieren schon so weichgespuelt, dass ich ihrem 'I go with you' nichts mehr entgegenzusetzen hatte.
Der Rueckweg gestaltete sich als schwierig. Der stundenlange Dauerregen hatte die Strasse zum Appartment in einen kleinen Fluss verwandelt. Ich kann mich noch sehr gut an den Moment erinnern, in dem mir Bewusst wurde, wie skurril das eigentlich ist mit einem Barmaedchen an der Hand durch eine knietief ueberschwemmte Strasse zu waten.
Bei dem sven-eleven neben unserem Hotel war nach der Ueberschwemmung der Strom ausgefallen und der Laundry-Service, bei dem ich am Tag zuvor meine Waesche abgegeben hatte, stand etwa einen halben Meter unter Wasser.
Endlich am Appartment angekommen, wollten wir uns dran machen den Heilbutt, den wir noch im Kuehlschrank hatten, in die Pfanne zu hauen. Jen, das Barmaedchen, war einfach nicht damit einverstanden, dass ich den Fisch selber zubereiten wollte also wurde ich zum Kuechenhelfer degradiert. So richtig bereut hab ich das anschliessend nicht, der Fisch war einfach perfekt gebraten und der Kartoffelbrei den sie dazu gemacht hatte (Das Rezept hatte ihr irgendein Londoner beigebracht), den haette ich auch nicht besser hinbekommen. Dazu wurde das ganze noch mit Limone und Dill verziert angerichtet, kein bezahlbares Restaurant in Deutschland haette das besser hinbekommen.
In den folgenden Wochen hatten wir also unsere Privatkoechin. Ich war mir anfangs nicht ganz sicher, ob das irgendwie zur thailaendischen Mentalitaet gehoert, das Maenner nicht kochen sollen. Sie hat mir aber irgendwann erzaehlt, dass sie einfach wahnsinnig gerne kocht und in ihrem Zimmer keine Kochgelegenheit hat. Als Sie schliesslich mit Tueten vom Markt bepackt bei mir vor der Tuer stand um fuer alle ihre Freundinnen in der Bar zu kochen hab ichs dann wirklich geglaubt.

Pattaya selbst uebertrifft selbst das, auf das ich mich nach den zahlreichen Beschreibungen, die ich bisher gehoert hatte, eingestellt hatte. Das gesamte Stadtzentrum ist ein mehrere Quadratkilometer grosses Rotlichtvirtel. Das Zentrum von dem ganzen ist die sogenannte Walking Street, in der es auf einer Laenge von einigen hundert Metern fast nichts anderes gibt als Go-Go Bars und Bars mit leichten Maedchen. Waehrend die 'normalen' Bars dadurch auf sich aufmerksam machen, dass ein ganzer Chor von Maedchen hinter einem herruft, -winkt oder laeuft, werben die Go-Go Bars mit billigem Bier.
Es waehre wohl Heuchelei zu behaupten, dass wir uns nicht die eine oder andere mal von innen angesehen haetten. Mit auf den Tischen Tanzenden Maedchen hatte ich schon gerechnet, mit dem was wir in einigen der Bars gesehen haben ganz bestimmt nicht.
Warum das Bier gerade in den Go-Go Bars am billigsten gewesen ist, war dann auch nicht schwer herauszufinden. Insbesondere die aeltere Kundschaft in den Laeden wird schnell von Taenzerrinnen umringt, die alle auf einen Drink, dann einen wirklich teuren, eingeladen werden wollen.

Nach einer Woche sind wir in ein etwas guenstigeres Appartment gewechselt. Wir hatten es eigentlich ausgesucht, weil es eine Kueche hatte nur um nach dem Check-In feststellen zu muessen, dass es weder Teller noch Tassen, noch sonst irgendetwas gab was man so zum kochen benoetigt. Bernhards Flug ging eine Woche spaeter, so dass es sich gerade eben noch gelohnt hat die fehlenden Toepfe usw. zu kaufen damit wir weiter kochen konnten (bzw. uns bekochen lassen konnten). Mitnehmen konnten wir das ganze Zeug natuerlich nicht, so dass sich unsere Koechin schliesslich ueber eine kleine Kuechen-Grundausstattung freuen konnte.

(das mit den Bildern klappt hier leider auch nicht)