Die Reise nach Kambodscha gestaltete sich als ein wenig anstrengend. Weil ich es mir nicht verkneifen konnte am letzten Abend bis in die fruehen morgenstunden Feiern zu gehen hatte ich nicht besonders viel geschlafen als ich gegen 12 Uhr ausgecheckt habe. Ueberraschenderweise gibt es keine dierekte Busverbindung von Pattya nach Trat, so dass ich auf die Hilfe von einem sehr freundlichen Thailaender angewiesen war, der sich mit mir an die Hauptstrasse gestellt hat um auf den Bus nach Chonburi zu warten. Ich bin im Bus sofort eingeschlafen. Zum Glueck hat mich der 'Steward' im Bus geweckt als ich aussteigen musste. Im ersten Moment stand ich voellig desorientiert und noch fast schlafend an der Strasse und wusste nicht so recht wie ich nun weiter kommen konnte. Als ich wieder einigermassen klar denken konnte war es dann kein Problem einen Motobikefahrer zu finden, der mich zur Bushaltestelle in Richtung Trat bringen konnte. Nach vier oder fuenf Stunden Halbschlaf im Bus war ich gegen 21h endlich in Trat angekommen. Scheint eigentlich ein ganz netter Ort zu sein, ich hab aber nicht besonders viel davon zu sehen bekommen weil ich noch am Gousthouse fuer 600 Baht ein Ticket direkt nach Sihanoukville gebucht hab. Das waere nicht unbedingt noetig gewesen, um 6 Uhr morgens faehrt vom Busterminal ein Minibus ab, der einen an die Kambodschanische Grenze in Hat Lek bringt. Fuer mich war es dann doch die beste Loesung, ich bin erst um 3 Uhr morgens eingeschlafen und musste um 4 Uhr wieder aufstehen, so dass ich wohl kaum in der Lage gewesen waere einen vernuenftigen Preis fuer die Fahrt auszuhandeln.
Um halb sechs sind wir an der Kambodschanischen Grenze angekommen, die um sieben Uhr ihre Pforten oeffnet. Ich war von den zwei schlaflosen Naechten noch etwas benommen und hab insgesamt etwa 10 Euro unnoetig in den Sand gesetzt. 100 Baht fuer einen freundlichen Kambodschaner, der alle Visa-Formulare fuer mich aus gefuellt hat und 170 Baht fuer den Taxifahrer, der mich von der Grenze zum Bus-Terminal gebracht hat. Ich hatte mir bereits in Thailand 100 USD besorgt, weil die beiden gaengigen Waehrungen in Kambodscha USD und Kambodschanische Riel sind. Trotzdem hab ich mich von dem Taxifahrer dazu bequatschen lassen weitere 1000 Baht in Riel umzutauschen, was mich wegen des schlechten Wechselkurses um weitere 10 USD erleichtert hat. Das Visum selbst kostet direkt an der Grenze 1200 Baht, theoretisch haette ich noch etwas Geld sparen koennen, wenn ich mir vorraus ein Visum uebers Internet orgenisiert haette (http://www.mfaic.gov.kh/).
In Sihanoukville angekommen hab ich mich zur 'Backpacker-Area' Victory Hill bringen lassen und konnte ein sehr nettes Gousthouse finden. Ein guter Pool-Tisch und eine 24h geoeffnete Bar, dazu ein sauberes Zimmer fuer 6 Dollar die Nacht - was will man mehr...
Das Publikum im Guesthouse ist eine Mischung aus Langzeit-Travellern und ansaessigen aelteren Herren die hier ihre Pension wegvoegeln. Der Grossteil der Gaeste kommt aus England, dazu kommen noch ein paar Deutsche und Franzosen. Abgesehen davon, dass ich mir hier auch ein wenig Kambodschanisch beizubringen versuche, lerne ich im Moment hauptsaechlich besser Englisch zu sprechen weil ich die meiste Zeit mit Englaendern rede.
Die Guesthouse-Bar ist die einzige in der Gegend, die 24h geoffnet ist. Besonders in den spaeteren Stunden tauchen hier gelegenlich etwas durchgeknallte Kambodschaner auf. Dass jemand nach drei Bier anfaengt fuer mehrere Stunden mit einem imaginaeren Sitznachbar zu reden hab ich bisher auch noch nicht erlebt...
Um die Gegend ein wenig auszukundschaften hab ich mir vor ein paar Tagen ein Motorbike gemietet. Der Verkehr in Kambodscha unterscheidet sich ein wenig von dem, was ich bisher in Thailand und Indonesien kennen gelernt hab. Die einzige Verkehrsregel, die normalerweise befolgt wird ist, dass man auf der rechten Seite fahren sollte. Darueber hinaus muss man auf dem Motorbike einen Helm tragen und darf bei Tag nicht mit Licht fahren. Es gibt zwar Ampeln, angehalten wird aber nur an den Kreuzungen, die wirklich stark befahren sind und dort auch nur so lange, bis man irgendwie die Strasse ueberqueren kann. An manchen Kreuzungen ist das ein wenig Chaotisch, da man sich nie wirklich darauf verlassen kann, was die Fahrer vor, hinter und neben einem so vor haben. Trotzdem ist das Fahren hier angenehmer als in Thailand oder Indonesien. Der Verkehr ist deutlich langsamer und - vielleicht wegen der fehlenden Verkehrsregeln - fahren die Leute hier wesentlich defensiver.
Was ich, obwohl es mir schon vorher mehrere Touristen und Kambodschaner erzsaehlt haben, nicht so recht glauben konnte war, dass man in den spaeteren Stunden damit rechnen muss auf dem Motorbike ueberfallen zu werden. Nicht etwa weil man den Fehler begeht an einer roten Ampel zu halten, sondern weil die 'Angreifer' absichtlich Unfaelle provozieren. Gestern traf ich einen 38 Jahre alten Duesseldorfer der hier von seiner Rente lebt. Auf die Frage warum er mit 38 schon Rentner sei bekam die Antwort, dass er vor 4 Jahren mit dem Motorrad auf einer Strasse unterwegs war, die ich hier auch schon um 3 Uhr morgens befahren hab. Er wurde nicht nur beraubt, sondern so heftig von einem anderen Motorbike gerammt, dass er erst Wochen spaeter nach einer Gehirn-OP in Thailand wieder aufgewacht ist. Nachdem ich diese Geschichte gehoerte hatte, hab ich wieder mal beschlossen in Zukunft etwas vorsichtiger zu sein.
